Korsika 2017: Alalia – Stausee Sampolo – Col de Verde – Cucuruzzu – Monte Calva – Bonifacio

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So 24.09.    69km

Der neben uns parkende kurze Toyota LandCruiser erweckte schon gestern unsere Neugier. Seine karge Ausstattung erinnert stark an unser Tunesienreise 2010 und so können wir da nicht einfach vorbei fahren, ohne kurz mit seinen „Bewohnern“ zu plaudern. Das wiederum gestaltet sich schwierig: Wir können kein französisch und das Ehepaar spricht weder deutsch noch englisch, also  Kommunikation mit „Händen und Füßen“ und mit viel Lächeln 😄. Wir zeigen ein paar Bilder aus der tunesischen Wüste und erfahren, dass die Beiden in der Vergangenheit ebenfalls mit ihrem „Toyo“ Nordafrika bereist haben. Libyen war ihr Highlight!

Für heute ist  die Ausgrabungsstätte des antiken Aléria / Alalia unser erster Anlaufpunkt. Die Ruinen liegen auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick ins Hinterland und aufs Meer. Wir spazieren gemächlich durch das parkähnliche Gelände. Alles ist gut ausgeschildert und beschrieben, sogar auf deutsch. Gerade wundern wir uns noch darüber, dass alle Besucher zum Ausgang strömen und wir fast alleine unterwegs sind, da werden wir auch schon vom Kassierer gerufen: Mittagspause! Die Ausgrabungsstätte wird für 2 Stunden geschlossen.

Unsere verdiente Mittagspause machen wir am Plage de Mare Stagnu, mit einem kurzen Spaziergang am naturbelassenen Strand.

Jetzt verlassen wir das Meer und wenden uns wieder ins Gebirge. Wir fahren in Richtung Ghisoni bis zum Stausee Sampolo. Dort liegt unser einsamer Übernachtungsplatz unterhalb der Straße direkt am See auf einem kleinen Parkplatz.

Mo 25.09.   63km

Durch das Fium Orbu-Tal und dann über die D 69 zum Col de Verde. Dort starten wir zu einer Rundwanderung. Unser Weg führt ein kurzes Stück die Passstraße hinab. Wir fragen uns gerade, was für ein Gefährt solch einen Lärm verursacht, als auch schon 3 Lotus im Rennmodus an uns vorbei rasen. Der Fahrer des 4. Lotus war wohl nicht ganz so mutig und folgt eine Minuten später. Jetzt haben wir auch die Kamera einsatzbereit. Gut, dass wir denen zu Fuß und nicht mit dem Auto begegnen! Wir wandern jetzt durch dichten  Laub- aber auch Kiefernwald. Ein Stück unseres Weges führt uns wieder über den GR 20.

 

Mit etwas müden Beinen aber zufrieden geht es weiter zu unserem Übernachtungsplatz auf dem Col de la Vaccia. Kurz vor dem Parkplatz stören wir eine ganze Ziegenherde, die ein abendliches Sonnenbad auf der Straße nimmt. Unsere einzigen abendlichen Besucher sind ein paar Wildschweine.

Di 26.09.    46km

Für heute haben wir uns den Besuch der Ausgrabungsstätte Cucuruzzu vorgenommen. Also erst einmal hinunter nach Aullene. Nach dem Füllen unseres Wassertanks am Dorfbrunnen, folgt eine kurze Tour durchs Dorf (das Schwein treibt sich hier selber durch selbiges ;-)), verbunden mit Einkauf und … Cappuccino.

 

Und dann zum ÜPL, dem Parkplatz am Eingang zur Ausgrabungsstätte. Zusammen mit dem Ticket erhalten wir eine deutsche Beschreibung der wichtigsten Details. Cucuruzzu ist eine neolithische Ausgrabung. Ich muss gestehen, ohne diese Erklärungen wären wir achtlos an vielen Dingen vorbeigelaufen.

 

Steineichen wechseln mit Kiefern, dazwischen Steinformationen, die als Wohnhöhlen gedient haben, eine steinzeitliche Festung und, und, und. Es ist interessant, lehrreich und gleichzeitig ein wunderschöner Spaziergang in einem „verwunschenen Zauberwald“. Der Himmel zieht sich zu und, wir sind kaum im Bimo, da beginnt es richtig an zu schütten.

Mi 27.09.   55km   20€

Auf dem Tagesplan für heute steht eine Wanderung auf den Monte Calva 1377m. Also nach dem Frühstück auf nach Zonza zum Einkaufen und – es wird langsam etwas peinlich- auf einen Cappuccino. Weiter geht’s zu einem Wanderparkplatz am Col d’Illarata. Von hier starten wir unsere Wanderung.

 

Der Weg ist gut markiert, allerdings streckenweise sehr ausgewaschen, aber sehr, sehr schön mit vielen tollen Ausblicken. Es scheint eine sehr beliebte Wanderroute zu sein, denn oben angekommen treffen wir nicht nur auf mehrere Gipfelkreuze, sondern auch auf einige Wanderkollegen. Etwas „fußlahm“ aber zufrieden kommen wir zurück zu Bimo und fahren talwärts zum Stausee de l’Osp‘edale. Nach einem kurzen Halt an der Staumauer geht’s weiter auf den Camping Arutoli in Porto Vecchio.

Do 28.09.   22km

Nach so viel Natur ist heute Zivilisation angesagt, also auf nach Porto Vecchio. Und tatsächlich finden wir direkt in Hafennähe einen Parkplatz für Bimo. Nach kurzem Bummel durch den kleinen Hafen, steigen wir zur hübschen Altstadt auf. Inmitten der engen Gässchen wird gegessen und so kehren wir gesättigt zurück zu Bimo.

 

Nach dem Tanken und nachfüllen des Gastanks, aber auch des Kühlschranks, fahren wir weiter zum Plage L’Acciaro. Wir wandern die Bucht entlang auf eine kleine Landzunge. Von dort bietet sich ein sehr schöner Blick auf’s offene Meere und die zwei angrenzenden kleinen Badebuchten. Langsam wird es frisch, die Sonnen liegt schon flach über dem Horizont und so machen wir uns auf den Heimweg. Allerdings nicht ohne einen Schlummertrunk  an der kleinen Strandbar!

Fr 29.09.   40km   48€ + 2,80€ Strom für eine Nacht

So hübsch der Strand auch ist, so wenig gefällt mir unser Schlafplatz. Er liegt neben einem flachen, schilfbewachsenen Gewässer – Mückenbrutstätte – und angrenzend stehen einige alte Wohncontainer und uralte Wohnwagen. Ergo, nach dem Aufstehen geht es „ungeschminkt“ und ohne Frühstück weiter zur Plage de Santa Manza. Eine wahrlich gute Entscheidung. Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster über die Bucht ist toll! Dirk beobachten wie der Mann mit dem „Eimerchen“ einen Oktopus erwischt und ist soooo froh, dass ich ihm das Vieh nicht zum Abendessen servieren will.

Damit wir nicht einrosten und zu faul werden, starten wir nach dem Frühstück zu einer schönen Wanderung zum Turm von Santa Manza. Belohnt werden wir wieder durch einen herrlichen Meeres- und Küstenblick. Ver- und Entsorgung stehen an und so fahren wir weiter auf den Camping l’Araguigna. Obwohl wir eigentlich heute genug gelaufen sind, darf ein Abendspaziergang am Hafen von Bonifacio auf keinen Fall fehlen. Und danach steht fest, hier bleiben wir noch eine weitere Nacht.

Sa 30.09.    0km

Gut ausgeschlafen geht’s auf Erkundungstour. Erst einmal entlang des Hafenbeckens und dann die Stufen hinauf Richtung Festung und Altstadt. Vorher biegen wir jedoch links ab und gehen hinauf über die Klippen bis zum alten Schlachthof. Von hier haben wir einen herrlichen Blick zum Leuchtturm am Capo Pertusato und die „Falaises“, die  Kalksteinsteilküste.

Wir laufen zurück und wenden uns der Oberstadt zu. Vor der Stadt und außerhalb des kleinen Hafenbeckens, direkt unterhalb der Festung liegt ein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Und schon können wir auch schon die ersten „Kreuzfahrer“ beobachten, wie sie die Stadt „besetzten“. Wir bummeln gemächlich durch die Gassen der Altstadt, stärken uns zwischendurch mit einem korsischen Mittagessen, besichtigen die Bastion, statten dem großen Friedhof einen Besuch ab und spazieren vor bis zur Hafeneinfahrt. Danach geht’s zurück zum Camping. Der Abschluss dieses schönen Tages bilden nochmals ein kurzer Stadtbummel, bei dem wir auch die Illumination an der Festungsmauer bewundern.

Hier geht’s zum Fotoalbum!

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