Kirgistan 2004: Der Markt

Nach dem Frühstück fahren wir zum Markt nach Bischkek. Dort betreibt Rahim ein „Schuhgeschäft“. Kaum sitzen wir im Auto steigt mir der Geruch von frischem Brot in die Nase. Ich denke laut darüber nach, woher dieser Geruch wohl kommen mag und sofort wird von vorne warmes Brot angeboten. Ich krieg noch die Krise mit dieser ewigen Esserei 😜. Nein, wir möchten so kurz nach dem Frühstück nichts essen. Doch schon wird im nächsten Örtchen angehalten und Rahim kommt stolz mit einem großen Eis für jeden von uns um die Ecke. Das schmeiße ich mir prompt auf die Hose, „Ungeschicklichkeit lässt grüßen“. Gut, dass immer noch die Vorratspackung feuchter Tücher auf dem Armaturenbrett steht und so der Schaden notdürftig beseitigt werden kann.
Bei Licht betrachtet ist die „Autobahn“ nach Bishkek besser als ich sie von unserer nächtlichen Ankunft in Erinnerung habe. Wenn man mal davon absieht, dass die Autos möglichst den Mittelstreifen benutzten, der eigentlich für Einsatzfahrzeuge, wie Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr u. ä. reserviert ist. Unstrittig hat er nun mal die bessere Fahrbahndecke. Daneben kommen uns ab und zu geisterfahrende Eselsgespanne entgegen, kleine Viehherden kreuzen die Fahrbahnen oder mitten auf der Straße stehen Personen, die sich dort seelenruhig unterhalten.
Helene und Alexander erklären uns, dass in der Vergangenheit die gesamte Gegend landwirtschaftlich genutzt wurde. Momentan scheinen die meisten Felder brach zu liegen oder werden teilweise durch winzige Viehherden beweidet. Bei den vielen Hungergebieten dieser Welt stimmt uns eine solche Verschwendung wertvollen Ackerlands traurig.

In Bishkek angekommen steuern wir direkt das Marktgelände an. Der Markt besteht aus lauter gestapelten Überseecontainern. Die Mittelgänge sind überdacht und das Ganze erinnert uns an einen großen arabischen Basar. Allerdings sind hier die Händler überhaupt nicht aufdringlich. Angeboten wird alles, was das Käuferherz erfreut, von der Nähnadel bis hin zur Hightech Stereoanlage. Natürlich müssen wir in Rahim’s Container erst „einmal über die Schuhe“, werden aber nicht fündig. Hier gibt’s selbstverständlich auch Addidas-Streifen, sie befinden sich allerdings auf chinesischen Sportschuhen.

Wir besuchen auch einige Freunde von Rahim, die hier ebenfalls „Marktcontainer“ betreiben. Die Containerreihen sind streng nach Angebot geordnet, z.B. eine Reihe Schuhcontainern, eine Reihe Textilien usw.. Bei Ali in der Textilabteilung erstehen wir für Dirk ein T-Shirt. Ali importiert sein Programm aus der Türkei, es handelt sich um „Raubkopien“ führender Marken. Angekommen in der „Kinder-Textilabteilung“ können wir Frauen uns nicht beherrschen und kaufen zwei niedliche Anzüge für die Mädchen von Suchjar.
Zum Schluss noch der Kauf des Hochzeitsgeschenks für Rosa und Rasul, eine Stereoanlage.
Hier könnte man sicherlich einen ganzen Tag verbringen, denn die Sparten Lebensmittel und Haushaltsartikel sind natürlich auch vertreten, aber wir sind zum Mittagessen bei Suchjar eingeladen. So geht es zurück in Richtung Tokmak, jedoch nicht ohne am Straßenrand noch frische Melonen einzukaufen.

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  1. Pingback: Kirgisien 2004: Die Einladung bei Rahim’s Bruder – Marita und Dirk

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