Albanien 2016: Vaskopoja – Korca – Naturpark Germenj – Kelcyre – Berat

So 16.10. 95km  10€ incl. Frühstück
Nach dieser „ungemütlichen“ Nacht, fahren wir zunächst nach Vaskopoja, stellen unser Auto ab und gehen über einen Friedhof zu einer weiteren Kirche. Auch hier im Seitengang frei zugängliche Malereien. An der nächsten Kirche haben wir Glück und können uns einer Reisegruppe – mit Schlüssel – anschließen. Im Regen laufen wir zurück und fahren in die Ortsmitte und besuchen die dortige Kirche, die geöffnet ist und von einem Popen „bewacht“ wird.

Da der immer stärker einsetzende Regen weitere Wanderungen unterbindet, fahren wir die gleiche Strecke hinab nach Korca. Hier sehen wir wieder, wie in vielen Städten , die Backsteinhäuser aus der Hoxha-Zeit. Wir folgen der jetzt hier ausgebauten und ganz frisch geteerten SH75 und kommen – trotz 50km Limit – schnell voran. Dann ist Schluß mit ausgebaut und wir fahren auf der alten, kurvigen Passstraße. Von oben können wir die neue Trassenführung, die tief in die Berge einschneidet, sehen. Das Wetter wird besser und wir genießen die Fahrt über diverse Pässe und ins Naturschutzgebiet Germenj. Wir halten am Camping Farma Sotira, der an einem kleinen Bach liegt. Hier werden Forellen in großen Becken gezüchtet und auch zum Verzehr angeboten. So findet das Abendessen in einem urigen Raum am prasselnden Kamin statt.

Mo 17.10. 94km Abendessen
Wir sind gespannt auf ein albanisches Frühstück, denn hier wird der Stellplatz nur mit Frühstück kpl. für 1o€ angeboten! Das Frühstück besteht aus 2 Spiegeleiern, leckerer Marmelade, Käse, Butter  und frischem Brot – ich denke: Alles aus eigener Produktion! Im Sonnenschein fahren wir mit toller Aussicht weiter, tanken und trinken einen Cappuccino in Leskovik und folgen der SH75 an steilen Berghängen und tiefen Schluchten vorbei. Dann erfolgt der Richtungswechsel nach Norden, weg von der griechischen Grenze, der wir sehr Nahe waren. Der nächste Stop ist an den Thermalquellen von Benja. Wir wandern über die historische Bogenbrücke aus dem 18. Jahrhundert zu den Tauchbecken, können uns aber nicht dazu entschließen „einzutauchen“. Es geht wieder auf die SH75 und weiter bis zum Hotel Gryka e Kelcyres in Kelcyre. Das Hotel erreichen wir über eine typisch albanische Brücke. Auf dem Parkplatz stehen viele große Limousinen und Geländewagen. Das Restaurant ist sehr gut besucht. An einem langen Tisch wird kräftig gefeiert und gesungen. Mit dem Kellner vereinbaren wir, dass wir auf dem Parkplatz übernachten dürfen. Wir machen einen Abendspaziergang am Fluss entlang, sehen eine große Rinderherde die Heim getrieben wird und sind dann alleine auf dem Parkplatz. Jedes Fahrzeug, dass die Brücke passiert wird von den lose liegenden Blechplatten lautstark angekündigt.

Di 18.10. 173km 14€
Morgens werden wir von einem Stihl-Blasgerät geweckt. Also fahren wir gleich beim „Händler vor Ort“ vorbei, um uns zu beschweren :-). Der kleine Laden mit Werkstatt steht voller Leute. Aber alle haben Zeit. Leider können wir uns auch hier nur mit Händen, Füssen und Bildern „unterhalten“. Der Chef war schon in Österreich bei Viking und zeigt gern die gerahmten Urkunden.

Hier in Kelcyre führt uns die SH74 (eingezeichnet in einer Straßenkarte des ADAC’s) in Richtung Berat. Sie ist bis Balaba top ausgebaut, wird dann jedoch zu einer ausgewaschenen Piste. So wollen wir uns nicht über 50km durchschütteln lassen. Wir kehren um und fahren über die SH4 nach Fier und weiter zum Camping Caravan in Ura Vajgurore. Wir wandern zur dortigen NATO-Airbaise, können die alten sowjetischen Jets aber nur aus der Ferne sehen. Zurück nehmen wir einen Bus, der uns sehr an unsere Jugendzeit erinnert.

Mi 19.10. 0 km 14€
Nach Berat – eine der drei UNESO Weltkulturerbe Stätten in Albanien – fahren wir mit dem Minibus. Instruiert durch den Sohn des Stellplatzbetreibers, stellen wir uns an die Straße und halten den ersten vorbeikommenden gelben Minibus an. Der alte Transit ist zwar ziemlich voll, aber wir passen noch dazu und etwas später auch noch ein weiterer Fahrgast. Dann geht die Fahrt, nur unterbrochen durch einen kurzen Tankstopp (vielleicht 10l, der Fahrer steigt nicht aus), direkt bis zur Altstadt. Bezahlt wird vorm Aussteigen nach einem festen Satz. Die einfache Fahrt über ca. 15 km kostet 100Leki  (ca. 0,70€) pro Person.

Wir irren durch die Unterstadt, um den Aufgang zur Oberstadt zu finden. Die Unterstadt – Mangalem – entstanden in der osmanischen Zeit. Ihre Gliederung hat Berat den poetischen Namen „Stadt der tausend Fenster“ eingebracht. Als wir einer riesigen Jugendgruppe folgen, kommen wir zur Oberstadt – Kalaja – der Festung, die wir ausgiebig besichtigen. Danach spazieren wir durch Magalem, essen in einem Schnellimbiss und finden einen Friseur, bei dem ich „Haare lasse“. Dann hält plötzlich ein Vito neben uns. Der Fahrer „fragt“ wohin wir wollen. Wir steigen ein und sind ganz alleine unterwegs. Sind wir jetzt mit einem Minibus oder in einem Taxi unterwegs? Meine Frage nach dem Preis wird mit 2 Mille oder so etwas ähnlichem beantwortet. Na gut, für diese Strecke vielleicht 14€ zu zahlen, ließe sich auch verschmerzen, hab ja schon beim Friseur gespart. Während der Fahrt wird ein Zettel mit der Aufschrift „Ura Vajgurore“ ins Fenster gelegt, aber kein weiterer Fahrgast aufgenommen. An unserem Ziel angekommen muß ich dann, wie auch auf der Hinfahrt, 200Leki bezahlen. Ein Trinkgeld wird dann freudig genommen. Wir können das Geschäftsmodell bei dem Dieselpreis von ca. 157Leki / l nicht so ganz nachvollziehen.

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