Zeit für die Wüste: Spaziergang

 

Wir laufen gemeinsam durch unberührten Sand, hinterlassen nichts als unsere Fußspuren, die der Wind wieder verweht.

 Einsamkeit und Weite umgeben uns, laufen in einer uralten Landschaft. Sehen Felsformationen, die unsere Phantasie anregen, sehen in ihnen längst vergangene Steinstädte, Ruinen von Festungen mit starken Mauern, Kathedralen und Paläste aus 1000 und einer Nacht. Werden uns der Vergänglichkeit bewusst. Da, erkennst du das Tuaregparlament, dort drüben ein Huhn, ein Liebespaar, eine Moschee mit vielen kleinen Kuppeln. Laufen über klingende Steine, sehen Platten aus Eisenerz und Mangan, die zu Kunstobjekten verwittert sind.

Unsere Augen achten auf die kleinen Wunder, die zu unseren Füßen liegen. Durch Wasser geschliffene Steine, die angenehm glatt durch unsere Hände gleiten. Quarze, schön geformt wie Edelsteine. Sehen Fossilien von Seenelken, die von der Zeit zeugen, als hier Meeresboden war. Finden Pfeilspitzen und Tonscherben, geschaffen von Menschenhand vor lang vergangener Zeit. Mahlschalen und –Steine liegen vor uns, als wären sie erst gestern benutzt worden. Tierspuren im Sand erzählen von den Bewohnern der Wüste, von Gazellen, Wüstenfüchsen, Echsen, Mäusen, Vögeln und Insekten. Achten auf Spuren der Schlagen, begegnen ihnen mit Respekt, wissend, um die Gefahr ihres Gifts.

Alles greift harmonisch ineinander, die warmen Farben des Sands, die weichen Formen der Dünen mit ihren klaren Kämmen, der durch Wasser, Wind und Sand geformte Fels und ein strahlend blauer Himmel mit seinen weißen Wolkenformationen. Nichts stört unseren Blick, alles passt. Und auch wir werden leise und ruhig, fühlen und fügen uns hinein.

Vor uns, eine Felsformation, in ihr eine Grotte, geformt wie eine Orchestermuschel, wie geschaffen zum Musizieren. Wir sitzen oberhalb im warmen Sand der Düne und lauschen dem Flötenspiel von Rose Marie, schließen die Augen und fühlen uns frei.

Auf einem Plateau ein Friedhof aus der Vorzeit. Steingräber, den Dünen nachempfunden, geschmückt mit ausgewählt schönen Steinen, zwei für Männer, drei für Frauen. Größer und kleiner gestaltet, je nach Stellung im Clan. Angepasst und hineingefügt in die sie umgebende Natur. Hier ist kein Raum für Disharmonien, Friede liegt über dem Plateau.

Durch eine weite Ebene laufen wir zurück, erklimmen Dünen und rutschen hinunter, wie übermütige Kinder.

Sehen schon von Ferne unser Zelt und wissen, die Tuareg warten auf uns mit klarem kühlen Wasser und warmem süßen Tee. Vater, was für ein Geschenk, hier sein zu dürfen.

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All unsere Algerienbilder in chronologischer Reihenfolge findet Ihr hier: Algerien

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  1. Pingback: Zeit für die Wüste: Düne – Marita und Dirk

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