Norwegen 2019: Oslo – Frederikstad – Halden

Mittwoch, 19.06.2019 151 km

Weiter geht es über die E6 bis Oslo. Natürlich – wir hätten es eigentlich wissen müssen, aber man probiert es ja immer wieder – finden wir in der Stadt keinen Parkplatz, also geht es zum Holmenkollen. Eine gewaltige Schanzenanlage, von Ferne erinnert sie mich ein wenig an eine riesige, urzeitliche Exe. 

Wir sind sehr erstaunt, wie frei wir uns auch hier auf dem Schanzengelände bewegen können. Keine Verbotsschilder, kaum Absperrungen. Neben der Schanze befindet sich eine Sommer-Langlaufpiste, auf der auf Rollski trainiert wird.

Wir erkunden das Gelände rund um die Schanze und die Skipiste, laufen zur Holmenkollenkapelle und schauen den Biathleten bei ihren Schießübungen auf dem angrenzenden Schießgelände zu. Nachts bleiben wir auf dem großen Parkplatz direkt an der Schanze.

Donnerstag, 20.06.19  1 km

Erst einmal müssen wir unseren Schlafparkplatz verlassen, das gesamte Parkareal wird wegen einer Veranstaltung im Skistadion abgesperrt. Also nehmen wir den kleineren Parkplatz unterhalb des Skistadions. Recherchen im world-wide-web sind hilfreich und sinnvoll und führten Dirk gestern Abend zum Oslo-Pass. Der wird nun heute morgen aktiviert und los geht es mit Linie 1 zum Hauptbahnhof. Dort bummeln wir erst einmal zum Dom.

Auf dem Weg zur Festung sehen wir viele Elektroroller, einen selbstfahrenden kleinen Bus und ein seltsam anmutendes Auslieferungsfahrzeug der Firma Schenker. Nach der Besichtigung der Festung Akershus fahren wir mit Straßenbahn und Fähre zur Museumsinsel Bygdoy.

Hier besichtigen wir ausgiebig das Vikingskipfhuset mit dem Osebergschiff, das Kon-Tiki-Museum und das Frammuseum und zum Abschluss noch kurz das Norsk Maritimt Museum

Mit vielen interessanten Eindrücken, aber auch rechtschaffend müden Beinen, verlassenen wir wieder mit der Fähre die Museumsinsel. Wir laufen noch etwas am Hafen entlang, fahren mit der Straßenbahn zum Bahnhof Jernbanetorget. Nach einem Stadtbummel geht es mit der Linie 1 zurück zu Bimo. Der Oslo-Pass beinhaltete sämtliche Eintrittsgelder und die Bahn- und Fährfahrten.

Wir hören, das im Skistadion noch etwas los ist, unsere Neugier lässt uns keine Ruhe und so gehen die kurze Stecke hinauf zum Stadion. Leider sind wir zu spät, die Siegerehrung der Rollskiläufer endet gerade. 

Freitag, 21.06.19  179 km

Wir sind früh fertig – welch ein Glück – denn wir sind noch im 24 Stunden Bereich des Oslo-Pass, der ja noch bis 9:16 Uhr gültig ist. Also flink in das Skimuseum am Holmenkollen, das bereits um 9:00 Uhr öffnet.

Das Geniale am Museums ist der Aufzug. Dieser spektakuläre Schrägaufzug führt innerhalb des Schanzenturms zu den Startplätzen der Springer und der Aussichtsplattform. Von hier oben genieße wir das eindrucksvolle Panorama über Oslo und den Oslofjord. Im wahrsten Sinne des Wortes haben wir nun die Oslo-City-Card im 24-Stunden-Fenster abgefahren. Unser Fazit: Eine schöne, gepflegte Stadt mit tollen, eindrucksvollen Museen. 

Nun geht es auf die E6 – vorbei an der Kirche in Rygge – nach Frederikstad.

Nach einer Besichtigung der beschaulichen Altstadt, fahren wir weiter zur Brekke-Schleuse des Haldenkanals. Eigentlich wollen wir hier übernachten, aber der Stellplatz ist wenig einladend und eine Entsorgung ist nicht möglich.

So geht es weiter nach Halden zum Campingplatz. Der liegt in der riesigen Frederiksten-Festung. Den Tag beschließen wir mit einem Spaziergang durch einen kleinen Teil der Festungsanlage.

Norwegen 2019: Storli – Magalaupet – Dovrefjell – Lillehammer – Hamar

Samstag, 15.06.2019 – 83 km

Storli ist für ich wie ein lebendiges Heimatmuseum. Ein kleines, ruhiges, ursprüngliches Dörfchen am Ende der Fahrstraße in einem lieblichen Tal umgeben von Bergen, deren Spitzen immer noch mit Schnee bedeckt sind. Wir machen uns auf zu einer Wanderung zur Kvannflatloa-Hütte. Laufen erst einmal weit oberhalb der Talstraße Richtung Talausgang und steigen dann durch lichten Birkenwald bergauf. Kleine und größere Bäche müssen überquer werden. Wie auf allen unseren Wanderungen gibt es auch hier Hochmoorstellen – festes Schuhwerk ist angezeigt -. Es ist so still, nur das Zwitschern der Vögel und ab und zu das Blöken der Schafe und das Bellen der Hunde unterbrechen die Ruhe. Frühlingsblüher wie Buschwindröschen sind voll in der Blüte.

Wir rasten an der Kvannflatioa-Hütte und genießen den mitgenommenen Käse und das norwegische Knäckebrot. Zurück im Dorf besichtigen wir das kleine Dorfmuseum, dass einen kleine Einblick in das frühere Leben der Dorfbewohner bietet. Gerne würde ich hier einmal im Winter eine Urlaubswoche mit viel Schnee in Ruhe und Abgeschiedenheit genießen.

Nachmittags fahren wir nach Magalaupet, wo sich die Diva mit ursprünglicher Gewalt seit Jahrtausenden durch eine Engstelle quält. Wir sind nicht allein. Das Schauspiel wird von einem Naturfilmer festgehalten. Ein paar junge Männer schwimmen unterhalb der tosenden Engstelle und dann können wir dabei zusehen, wie ein junger Mann von der Klippe in das tosende und sprudelnde Wasser springt. Wir übernachten auf einem Parkplatz an der E 6 in der Nähe von Kongsvoll.

Sonntag, 16.06.2019 – 97 km
Heute wird nicht rumgetrödelt, wir starten frühzeitig und fahren ein paar Kilometer zurück zum Parkplatz Kongsvoll. Von hier starten wir zu unserer Wanderung ins Dovrefjell und hoffen, ein paar der dort lebenden Moschusochsen zu sehen. Und tatsächlich, kurz nach dem Start sehen wir sehr nah – allerdings hinter einem „Zaun“ – einen prächtigen Moschusochen. Das ist schon ein gewaltiges Tier und ob der Zaun ihn wirklich aufgehalten hätte, wage ich zu bezweifeln.

Wir laufen weiter bergan, die Birkenwälder werden lichter und wir wandern an kleinen Schneefeldern vorbei. Und dann sind wir oberhalb der Baumgrenze. Die Vegetation wird deutlich geringer, Flechten und Mose mit ihren teilweise winzigen Blüten bestimmen das Bild und wir haben einen super Rundblick ins Land hinein. Jedoch, nirgends sind Moschusochsen zu erblicken, so sehr wir auch Ausschau halten. Auf unserem Rückweg – der Himmel hat sich drohend verdunkelt – sehen wir dann zu unserer großen Freude eine kleine Herde mit einem Ochsen und vermutlich zwei Kühen und Kälbern. Bei der majestätischen Größe der Tiere sind wir froh, dass eine erhebliche Distanzstrecke zwischen uns liegt.


Bei unserem Abstieg beginnt es tatsächlich zu regnen. Ich hasse regennasse Abstiege über Geröll! Und zu allem Überfluss kommt uns dann auf dem schmalen Pfad auch noch ein Moschusochse entgegen. Wir schlagen uns seidlich in die Büsche! Es ist allerdings ein sehr „vernünftigen“ Ochse: Er hat die gleiche Idee und weicht in das Gebüsch aus, gibt uns den Weg frei.

Offensichtlich ist er genauso vorsichtig wie wir. Als wir an ihm vorbei sind, atmen wir erleichtert auf. Der Moschusochse hat auf jeden Fall die massigeren und kräftigeren Argumente. Unser Fazit: Einzigartige Landschaft und super Begegnungen mit gewaltigen Tieren.


Wieder bei Bimo angekommen, geht es weiter über die E6 in Richtung Otta. Kurz vor Otta biegen wir ab auf eine Privatstraße (Maut 4 €). In Uladal klettern wir einen streilen Pfad und mehrere Treppen hinauf und besichtigen die weißen Konglomeratsäulen mit den schwarzen Hüten, die „weißen Priester„!

Leider sehen bei unserem Besuch nur noch zwei größere Säulen, anscheinend wurden die übrigen „Priester“ bei den letzten größeren Unwettern zu Tal gespült. Jetzt wissen wir auch, wie der riesige Schuttberg auf unseren Parkplatz kommt!

Wir übernachten ganz alleine mitten auf dem riesigen Parkplatz des Skigebiets von Ronden.

Montag 17.06.2019 125 km

Bei trübem Wetter starten wir zu einer kleinen Wanderung auf den Graho. Die Wolkendecke reißt unterwegs auf und ab und zu schaut auch die Sonne hervor. Von hier oben haben wir einen tollen Blick, auch auf den verschlafenen und total zersiedelten Wander- und Skiort.

Nach unserer Rückkehr zu Bimo, ist die kleine Gaststätten am Parkplatz immer noch geschlossen. So fahren wir zurück nach Otta. Von dort geht es weiter auf der E 6 in Richtung Lillehammer. 

Kurz vor Lillehammer befindet sich das Norsk Vegmuseum. Selbst für mich technisch völlig uninteressierten Menschen ist der Besuch des Museums etwas ganz Besonderes. Neben den vielen historischen, ausrangierten Straßenbaumaschinen gibt es ein kleines historisches Dorf mit einem Kaufladen aus dem 19. Jahrhundert, in dem ein Kaufmann – passend gewandet – uns seine Schätze sehr eindringlich und mit kompetenter Bewerbung zum „Kauf“ anbietet. Es gibt einen weiteren kleinen Kaufladen  – nebst entsprechend gekleideter Verkäuferin in Kittelschürze – aus den 50ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Schmied in „Ausbildung“ zeigt uns gerne die Schätze seiner kleinen Schmiede – besonders der Blasebalg weckte Dirks Interesse – und schmiedet für uns einen kleinen Haken. Es gibt eine gut eingerichtet Werkstatt mit Ambos, Drehbank, Bohrmaschine etc, eine Remise mit Kutsche und Stall.

Ein Bus aus den 50zigern fährt uns über das weitläufige Gelände zu einem Tunnel mit visioneller und akustischer Beschallung, in dem uns sehr eindrücklich die Schwierigkeiten des Tunnelbaues und insbesondere des Unterwassertunnelbaus erklärt werden. Auf dem Freigelände finden wir für den Straßenbau notwendige Bau- und Instandhaltungsmaschinen verschiedener Zeitepochen. Alles in allem ein super interessantes Museum und … das alles ohne Eintrittspreis. Alle Mitarbeiter sind aufmerksam, freundlich und beantworten gerne unsere Fragen. 

Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis Lillehammer. Wir parken an den Olympiahallen und besichtigen die kleine Stadt.

Übernachtet wird gleich auf dem großen Parkplatz.. 

Dienstag 18.06.2019 76 km

Wir fahren zum Parkplatz oberhalb der Olympiaschanze und spazieren das kleine Stück zur Absprungstelle der „kleinen“ Schanze.

Eine ganze Reihe von Springern ist schon aktiv und so können wir das Übungsgeschehen aus nächster Nähe beobachten. Es ist schon etwas anderes die „Adler der Lüfte“ so nah zu beobachten, als ihnen am Bildschirm zuzusehen.

Unser nächster Zielort sind in Hamar der Domkirkeodden – gläserner Dom – und das Eisenbahnmuseum.

Im Museum rund um die Ruine des früheren Bischofssitzes werden wir von einem freundlichen, mittelalterlich gewandetem Museumsmitarbeiter begrüßt. Der Eintrittspreis für das Museum und den Dom beträgt 16€. Alles ist gut erklärt, die Mitarbeiter sind gerne zur Beantwortung von Fragen bereit und alte und neue Bausubstanz sind äußerst harmonisch miteinander verbunden. Im angrenzenden Park befinden sich noch einige Mittelalterliche Zelte vom letzten historischen Markt.

Weiter geht es in den „gläsernen Dom“. Die Glaskuppel ist über die Ruinen der alten Bischofskirche gespannt. Das Ensemble ist schlicht und eindrucksvoll. Aber der Höhepunkt unserer Besichtigung ist eine kleines „Privatkonzert“ für 5 weitere Dombesucher und uns.

Ton einschalten!!

Zwei mittelalterlich gewandete junge Museumsmitarbeiter singen „a capella“ für uns ein paar mittelalterliche, gregorianische Kirchenlieder. Es ist außergewöhnlich schön, echt toll und anrührend.

Auf dem großen Freigelände direkt am See befindet sich der Außenbereich des Eisenbahnmuseums. Das Museum selbst und die kleinen Bahnhöfe sind geschlossen – wir sind einfach zu früh im Jahr -.

Aber es ist auch so sehr schön völlig ungestört durch das gepflegte Gelände zu spazieren, die alten Bahnhöfe und kleinen Häuser und die Eisenbahnwagons und Lokomotiven anzuschauen.

Wir übernachten im Yachthafen von Hamar. Kurz nachdem wir eingeparkt haben zieht ein Gewitter mit vielen Blitzen und Starkregen auf. Das kann unsere norwegischen Nachbarn nicht beeindrucken: Sie sitzen unter der Markise!

Norwegen 2019: Trollstiegen – Romsdal – Molde – Trollkyrkja – Atlantikroute – Trondheim


Sonntag, 09.06.2019 – 147 km

Erster Anlaufpunkt heute morgen ist die Skopje Bruene eine schöne Stein-Rundbogenbrücke die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Unser Mittagsrastplatz bietet einen Blick über den Noralsfjord in den Sunnylvsfjord. Kaffee gibt am Gudbrandsjuvet in dem hübschen, sehr modernen und etwas futuristisch anmutendem Bistro.

Und dann gehts schon den Trollstigen hinauf. Natürlich darf ein Spaziergang zur Aussichtskanzel nicht fehlen. Von hier oben bietet sich ein toller Ausblick auf die Haarnadelkurven, die wir gleich hinunter rollen.  Wir übernachten auf dem Touristenparkplatz Trollveggen. 

Montag, 10.06.2019 – 71 km

Das Romsdal und somit auch unser Schlafplatz wird flankiert von hohen und steilen Felswänden. Die ganze Gegend ist ein sehr beliebtes Wander- und Klettergebiet. Am Ende des Parkplatzareals befindet sich in dem kleinen, hübschen, alten Bahnhofsgebäude ein Hostel mit Selbstversorgung für Wanderer. Daneben ein Eisenbahnwaggon, zur Erinnerung an die Besatzung und den Widerstand während des 2. Weltkriegs.

Es ist trocken und so entscheiden wir uns für auf dem Parkplatz vorgeschlagene kleine Rundtour Nr. 9 entlang des Rauma zum Eiafossen. Unterweg beobachten wir eine Ruderboot mit Anglern, dass unterhalb der Stromschnellen den Fluß quert. Die uns umgebende Bergwelt mit ihren schroffen, bizarren Felswänden ist beeindruckend. Weiter unterhalb treffen wir auf den Angler, der uns erklärt, dass nur Personen mit großer Erfahrung in der Lage sind, den Fluss an dieser Stelle trotz der Stromschnellen zu queren. 

Weiter geht es über Andalsnes. Mit der Fähre setzen wir von Farnes nach Solsnes über und fahren – durch einen Tunnel unter dem Fannefjord hindurch – zum Wanderparkplatz Vaden hoch über Molde.

Eine Rundwanderung mit vielen tollen Ausblicken beschließt diesen Reisetag. Eigentlich hatten wir noch einen „Einkehrschwung“ in die Berghütte Varde-Stua auf dem Programm, aber sie ist leider schon geschlossen. 

Dienstag, 11.06.2019 – 77 km

Trollkyrkja, dass hört sich spannend an, also müssen wir da hin. Nach kurzer Fahrt starten wir auf einem kleinen Parkplatz in 92m Höhe unsere Wanderung. Im Reiseführer sind 3 km angegeben, aber wir sind inzwischen vorsichtig geworden. Wanderschuhe, Stöcke, Wasser und etwas Proviant sowie die Regenjacken kommen in unseren Rucksack. Das erste Wegstück ist ein geruhsamer Spazierweg, aber dann wechselt das Landschaftsbild und wir wandern auf steinigem Pfad steil durch Birkenwald bergan. Die schönen Ausblicke ins Tal entschädigen uns für die Kletterei. Das letzte Wegstück fordert besonders meine Kondition heraus. Es geht zum Teil über Felsplatten die zum Teil mit Halteseilen – als Steighilfe – bestückt sind. Entgegenkommende Wanderer weisen uns darauf hin, dass wir unbedingt bis zur zweiten Höhle gehen sollen. Also lassen wir erst einmal die 1. Höhle links liegen und wandern weitern nach oben.

Dort steigen wir über eine Alu-Leiter hinab in die 2. Höhle in ca. 516 m Höhe liegt und sind sprachlos. Der Aufstieg und die müden Beine sind vergessen, der Anblick ist wirklich fantastisch. Dunkler Granit, weißer Marmor, gelbe und ockergelbe Färbungen im Fels, der kleine Wasserfall, der in die Höhle hinab rauscht, und die Sonnenstrahlen, die durch eine kleine Öffnung ins Innere fallen. Echt beeindruckend! Wir verabschieden uns wehmütig von diesem magischen Ort. Den Anstieg zur 3. Höhle weiter oberhalb lassen wir aus und machen uns auf den Rückweg, wobei Dirk es doch nicht lassen kann auch noch der 1. Höhle einen kurzen Besuch abzustatten. 

Die Atlantikroute gilt als eine der schönsten Autostrecken dieser Welt und verbindet wie eine Perlenkette die kleinen Inseln und Schären mit zum Teil  äußerst bizarren Brücken. Es gibt diverse Möglichkeiten auszusteigen und das Zusammenspiel von Wasser, Fels und kargem Bewuchs auf sich wirken zu lassen. Auf dem Atlanterhavsvegen, einem gut angelegten Spazierweg, treffen wir auf eine Riesenkrabbe aus Plasikmüll: Eine Mahnung und Erinnerung an unsere Verpflichtung zum Umweltschutz! Über die 255 und enge Waldwege geht es weiter zu unserem Übernachtungsplatz Roksetskaret mitten in einem großen Waldgebiet.

Mittwoch, 12.06.2019 – 210 km

Nach einer ruhigen Nacht und bei strahlendem Sonnenschein geht es erst einmal über einen steilen Abstieg zurück auf die Atlantikroute. Auf der Strecke liegt auf einer Anhöhe die hübsche kleine Stabkirche von Kvernes. Vor  Kristiansund durchqueren wir erneut einen gebührenpflichtigen Unterwassertunnel. Eigentlich wollen wir in Kristiansund das Klippfischmuseum besichtigen aber offensichtlich haben wir die falschen Koordinaten und „stiefeln“ statt dessen durch ein altes, abbruchreifes Industriegelände. 

Nächstes Ziel ist das Tingvoll Museum. Leider öffnet es erst am 01.07. – wir sind außerhalb der Session -, schade! Ein Museumsmitarbeiter mäht gerade das Gelände und auf Nachfrage erlaubt er uns eine Erkundungstour.

Ein hübsches kleines, idyllisches „Dörfchen“ mit Speicherhäusern, einer Schmiede und einem eigenen, wassergetriebenen Sägewerk. Gratis dazu gibt es Blicke durch die Fenster und einen tollen Blick ins Tal. Dort statten wir der steinernen Kirche von Tingvoll einen kurzen Besuch ab und dort haben Glück die Tür ist offen, denn die Organistin übt gerade!

Über die 70, 670 und die 65 fahren wir weiter bis Lokken, folgen einem holprigen Schotterweg entlang eines Sees  – mit unnatürlich grünem Wasser – bis zum Wegende. Hier gibt es so viel frische Elchlosung und da es so einsam ist hoffen wir darauf bei Dämmerung vielleicht einen Elch zu sehen, aber … nichts, leider. 

Donnerstag, 13.06.2019 – 72 km

Bei strömendem Regen verlassen wir den See – grübel noch ein bisschen darüber nach, warum das Wasser eine so ungewöhnliche Farbe hat – und fahren weiter nach Trondheim. Die Zufahrt zum anvisierten Stellplatz ist wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. Wir fahren in eine Nebenstraße und denken darüber nach, einfach am Straßenrand zu übernachten, aber mir ist die Gegend nicht ganz geheuer und ein ebenfalls suchender Wohnmobilist wird bereits aus einem gegenüberliegenden Fenster beschimpft. Also drehen wir um und sehen zu unserem großen Erstaunen eine Reihe von Womos auf dem anvisierten Stellplatz stehen. Wie sind die wohl dahin gekommen? Die einzige verfügbare Zufahrtsmöglichkeit ist völlig verkehrswidrig über einen Rad- und Fußweg. Egal, wir sehen keine Polizei und so fährt Dirk ganz vorsichtig zu dem übrigen fahrenden Volk. Der Stellplatz liegt stadtzentral, wir müssen lediglich über die Fußgängerbrücke und können bei strahlendem Sonnenschein unseren Stadtbummel starten.

Der Dom, die Altstadt, der Hafen, das Kjopmannsgate und die Neustadt sind schnell erreicht. Trondheim gefällt uns sehr gut, vielleicht liegt es am Sonnenschein, vielleicht aber auch daran, dass die Stadt bei unserem Besuch nicht so von Touristen übervölkert ist wie z.B. Bergen. Besonders gut gefällt mir die gelungene Verbindung von alter Bausubstanz mit neuen modernen Elemente und die moderne Hafenpromenade mit mediterran anmutender Außengastronomie.

Freitag, 14.06.2019

170 km

Wir starten ohne Frühstück, da es hier in Trondheim angeblich eine super Bäckerei gibt. Frische leckere Brötchen wären schon schön und so machen wir uns auf die Suche. Fündig werden wir unterhalb der Festung Kistianstan und so wird auf dem dem Festungsparkplatz erst einmal gefrühstückt. Gut gestärkt spazieren wir durch die Festungsanlage und genießen den schönen Ausblick über die Stadt und aufs Meer. Trondheim ist unser Wendepunkt und somit der nördlichster Punkt unserer Norwegenreise.

Wir verabschieden uns vom Atlantik und fahren über die E7 bis Oppdal, biegen auf die 70 ab und fahren über Storlivegen zum Bortistu in Storli. Den Tag beschließen wir mit einem kleinen Spaziergang durchs Dorf und natürlich zu … einem kleinen Wasserfall. 

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Norwegen 2019: Sognefjell – Galdhopiggen – Lom – Geirangerfjord – Maloy – Runde – Alesund

Montag, 03.06.2019 – 100 km

Kaum sind wir unterwegs, stehen wir vor eine Tunnelbaustelle . Wir müssen warten, bis uns ein „Führungsfahrzeug“ hindurch leitet. Es geht weiter übers Sognefjell (Passhöhe 1434m). Nach der Sagasäule biegen wir rechts ab zum Galdhopiggen-Sommerski-Senter. Über eine steile, private Mautstraße geht es ins Skigebiet auf 1850 m. Die Pistenpräperierungsarbeiten laufen in vollem Umfang – mehrere Schneekatzen sind im Einsatz – allerdings läuft heute kein Lift. Wir spazieren über einen langen Steg über den Permafrostboden zum Einstieg in die „Gletscherwelt“, die aber leider geschlossen ist.

In der Juvaszhytta fragen wir nach, ob die Möglichkeit besteht auf dem Parkplatz zu übernachten, aber die Hüttenwirtin rät uns, mit Blick auf die schlechte Wetterprognose, zur Rückfahrt ins Tal. Also fahren wir hinunter bis auf 1400m und übernachten auf einem Teilstück der alten Bergstraße.

Dienstag,  04.06.2019 – 116 km

Anscheinend sind die Lifte heute in Betrieb, denn auf der „verschlafenen“ Bergstraße ist heute morgen reger PKW und Busverkehr. Wir fahren bergab zum Raudberstultjonne und wandern von dort zu einem kleinen Bergsee.

Weiter geht es nach Lom. Nach Besichtigung der Lomskyrkja schlendern wir noch kurz durch das kleine Örtchen. Wir legen einen kurzen Fotostopp an der Kirche in Nordberg ein.

Kurz danach sehen wir am Straßenrand aufgereiht einige Oldtimer Traktoren. Da muß Dirk natürlich anhalten und sich alles genau anschauen. Wir werden freundlich eingeladen auf das Grundstück zu kommen, um all die alten Schätzchen genau in Augenschein zu nehmen. Leider können sich die beiden Männer nicht fachmännisch über die angesammelten Maschinen unterhalten, schade.

Über die 63 geht es weiter bis zum Aussichtspunkt Dalsnibba. Und unterwegs sehen wir tatsächlich einen Elch am Straßenrand. Dirk dreht bei der nächsten Möglichkeit, damit wir „unseren“ Elch fotografieren können. Leider ist er sehr Kamerascheu, wie ihr oben gut sehen könnt.

Die Privatstraße zum Aussichtspunkt wird um 19.30 Uhr geschlossen und die Übernachtung am Aussichtspunkt ist verboten. Also fahren wir ein Stückchen zurück und übernachten auf einem kleinen Parkplatz oberhalb eines Gebirgssees. 

Mittwoch, 05.06.2019 – 30 km – 30€

Leider haben wir heute morgen regnerisches und stürmisches Wetter, aber die Prognose verspricht ab 11:00 Uhr Besserung und so fahren wir hoch zum Aussichtspunkt (15€). Wir haben Glück und parken mit herrlichem Blick über den vom Nebel verhangenen Geirangerfjord und warten erst einmal ab. In regelmäßigen Abständen kommen die Busse mit Tagesausflüglern, die für einen Fotostopp hier anhalten. Eine Regenpause wird genutzt und wir wagen uns trotzt des Sturms auf den „Skywalk“. Die Aussicht ist einfach toll.

Dann gehts viele, viele Serpentinen hinunter in den Ort Geiranger auf den Stellplatz direkt am Hafen. Tatsächlich reißt der Himmel auf und wir wandern in der Abendsonne zum Grand Fjord Hotel, um meinen Geburtstagsgutschein einzulösen. Bei einem herrlichen Blick über den Fjord genießen wir das „skandinavische Buffet“

Donnerstag, 06.06.2019 – 132 km – 10€

Nach einem Spaziergang durch das Dorf Geiranger, zum Wasserfall und zur Kirche, geht es um 12.30 Uhr auf die Fähre nach Hellesylt (90,50€). Im Preis enthalten ist eine „kleine“ Reiseleitung auf norwegisch, englisch, mandarin (ganz wichtig, verstehen 90% der Menschen an Bord) und sogar deutsch. Über die 15 fahren wir zum Stellplatz in Maloy. 

Freitag, 07.06.2019 – 137 km – 21€

Das Display meines Handys ist zersplittert, also besuchen wir erst einmal den örtlichen Handyshop von Maloy. Zurück geht es durch den kleinen gemütlichen Hafen. Unser Ziel für heute ist die Vogelinsel Runde. Also zurück über die 15 auf die Küstenstraße 618 und 620 bis Aheim, danach über die 61 und die 654 bis zum Camping in Runde. Der freundliche Platzbesitzer rät uns noch heute Abend zur Steilküste zu wandern, da gegen 21:00 Uhr die Papageientaucher am aktivsten sind.

Also gehen wir nach dem Abendessen los, erst einmal den steilen Berg hinauf und dann weiter über das Hochplateau immer den Wegweisern und den anderen Hobbyornithologen nach. Unterwegs beobachten wir mehrere Skua (Raubmöven). Zielpunkt heute Abend ist jedoch der Fels der Papageientauchern. Die besten Plätze direkt an der Steilküste sind schon besetzt, aber jeder kommt zu seinem Recht – dem Blick auf die kleinen, quirlen Vögeln -, die hier zu Hunderten herumfliegen. Ein toller Abschluss für diesen Tag. 

Samstag, 08.06.2019 – 80 km

Bei strahlendem Sonnenschein erklimmen noch einmal das Plateau der Insel Runde und wählen jetzt den Rundwanderweg durch das Hochmoor zu den Vogelfelsen. Das Wetter hat sich verändert und Nebelschwaden und Wolken umhüllen uns,  die die Landschaft noch eindrücklicher und stimmungsvoller gestalten. Am Klippenrand empfängt uns das Geschrei tausender Seevögel und dann sehen wir sie auch, wie sie über dem blauen Meer schweben. Wenn wir uns trauen über die Abbruchkante der Steilkünste zu schauen,  können wir in die Brutkolonien der Dreizehenmöven und der Basstölpel unter uns klar erkennen. Unterwegs können wir auch einen Kormoran und ein Seeadlerpaar beobachten. Aber auch der herrlichen Panoramablick auf die uns umgebende Inselwelt belohnt den Aufstieg.

Etwas traurig verlassen wir am Nachmittag diesen schönen Ort und fahren weiter nach Alesund zum Hafen. Wir besichtigen die Altstadt, die wegen ihrer vielen hübschen Jugendstilhäusern so wenig dem Klischee norwegischer Städte entspricht. Schlendern am Hafen vorbei und übernachten auf dem Parkplatz des Aquariums

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Norwegen 2019: Steindalsfossen – Fanafjorden – Bergen – Aurlandsfjord – Laerdal – Faberstolsbreen

Dienstag, 28.05.2019 – 103 km

Der Stellplatz in Oystese ist wahrlich keine Schönheit, aber er liegt ruhig am Ortsrand und direkt am Hardangerfjord. Heute morgen werden wir allerdings recht früh aus dem Bett geworfen. Ein LKW lädt Schuttcontainer, die am Platzrand stehen, auf, bzw. um. Wir brechen auf und fahren erst einmal zum Steindalsfossen. Eigentlich kein spektakulärer Wasserfall, wenn da nicht ein Weg hinter dem Wasserfall zu einer kleinen Aussichtsplattform führen würde. Eine außerordentlich begehrter Foto-Shooting-Point. 

Weiter geht es über die 7/48/552 durch das Skigebiet der Stadt Bergen zum Lysekloster und dann zum Badeplatz von Fana am Fanafjorden. Ein malerisches Plätzchen mit kleiner Badebucht, einem kleinen Blockhaus mit Grillplatz und einem ungenutzt scheinenden Pier. 

Mittwoch, 29.05.2019 – 37 km – 21€

Gefühlt mitten in der Nacht – meine Uhr zeigt 5:30 Uhr – reger LKW-Verkehr direkt hinter unserem Auto. Was ist denn hier los? Ein Blick aus dem Dachfenster erklärt alles. Direkt vor uns am Kai liegt jetzt ein Frachtschiff. Ein Bagger füllt die kontinuierlich anrollenden LKWs mit Sand. Dirk huscht in seine Hose und stellt unser Auto um, damit die LKWs besser drehen können. Wir frühstücken ersteinmal in Ruhe und schauen dabei den anderen bei der Arbeit zu.

Danach geht es weiter zum Zielort Bergen. Uns ist bewußt, dass die Stellmöglichkeiten in Bergen beschränkt sind, aber man (Frau) will es nicht wahrhaben. Also versuchen wir einen Wanderstartpunkt oberhalb der Stadt anzufahren. Wir hoffen, gehen davon aus, dass sich dort auch ein kleiner Wanderparkplatz befinden muss. Aber, die Straßen dorthin sind viel zu schmal und der Verkehr ist viel zu dicht, also beißen wir in den „saueren Apfel“ und fahren auf den Stellplatz Bergenshallen. Für mich bisher unser häßlichster Stellplatz, schmutzig und ungepflegt. Günstig und somit ein Plus ist die gute Verkehrsanbindung in die Innenstadt. Die Straßenbahn-Haltestelle (Hin- und Rückfahrt 7,60 €) befindet sich in ca. 500m Entfernung. Wir bummeln durch die Stadt zum Hafen und Fischmarkt, zur Kirche hoch über der Stadt – leider geschlossen –  und durch Bergens Hanseviertel Bryggen.

Donnerstag, 30.05.2019 – 202km – 23€

Heute keine frühe Ruhestörung. Bei Regen geht es weiter über die E39 und die E16 vorbei am Tvinnefoss. Statt des vom Navi empfohlene Tunnels, fahren wir über eine Einbahnstraße durchs Stalheimsklwiva.

Eine tolle Strecke mit wunderschönen, spektakulären Ausblicken allerdings auch vielen Haarnadelkurven. Dennoch ein äußerst empfehlenswerter Umweg. Übernachtet wird auf dem Campingplatz in dem kleinen Dörfchen Undredal direkt am Aurlandsfjord. 

Freitag, 31.05.2019 – 35 km

Wir schlendern durch Unredal und spazieren weiter über einen kleinen Wanderpfad am Aurlandsfjord entlang. Irgendwo im „Nichts“ endet unser Pfad und wir machen uns auf den Rückweg. Die kleine Dorfkirche ist geöffnet und so zahlen wir unseren Eintritt (5€ pro Person) und besichtigen die kleine Kirche mit ihren schönen alten Fresken. Bei Renovierungsarbeiten wurde auf einem alten Balken die Jahreszahl 1147 entdeckt und daher zählt sie zu den ältesten Kirchen Norwegens.

Zurück gehts nach Flam – im Hafen liegt die Costa Mediterrane – und weiter zur Stegastein Aussichtsplattform mit einem tollen Blick  über den Aurlandsfjord und auf das Örtchen Flam. Geplant ist die Weiterfahrt über das Aurlandsfjell nach Laerdal. Nach einigen Kilometern bergan ist die Straße gesperrt.  Wir beschließen auf einem Wanderparkplatz auf 816 m zu übernachten. Ein kleiner Abendspaziergang zu einem Aussichtspunkt mit tollem Blick in den Aurlandsfjord beschließt unseren Tag. 

Samstag, 01.06.2019 – 198 km

Nach dem Frühstück fahren wir nochmals in Richtung Straßensperre und … die Sperre ist ein Stückchen zur Seite geschoben, so dass eine Durchfahrt möglich ist. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns weiter in Richtung Aurlandsfjellet zu fahren. Vielleicht haben wir Glück „die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt“. Aber nach kurzer Fahrstrecke versperrt uns eine Schranke die weitere Durchfahrt.

Also müssen wir zurück zur E16 und durch den Laerdalstunnelen, den mit 24,5 km längsten Straßentunnel der Welt, zur Stabkirche  von Borgund. Eintrittskarten – 9 € pro Person – für die Kirche bekommen wir im Besucherzentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite.  Darin befindet sich eine kleine Ausstellung, die die Geschichte der Stabkirchen, ihre Konstruktion und ihren Aufbau, aber auch ihren Platz im religiösen Leben des Mittelalters  gut verständlich vermittelt.

Heute ist die „alte“ Kirche Bestandteil des Museums, Gottesdienste werden seit 1868 in der 100m entfernten „neuen“ Kirche gefeiert. Schon von Außen ist die „alte“ Kirche mit ihren prächtigen, geschnitzten Drachenköpfen, den Laubengängen und der gestuften Dachkonstruktion ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Das Gesamtbild wird im Inneren getoppt durch die massiven tragenden Stäbe und Säulen, die vielfältigen Schnitzereien und Verzierungen, dem schlichten Altarbild, der Kanzel und dem Lichtspiel, dass durch die winzigen Öffnungen ins Innere fällt. Und überall sieht man die „Holznägel“, mit denen die Gesamtkonstruktion verbunden ist. 

Wir fahren zurück nach Laerdal und starten dort zu einem kleinen Stadtrundgang durch die sehenswerte Altstadt, die den Eindruck eines Museumsdorfes vermittelt. Es gibt hübsche, gepflegte, bunte alte Holzhäuser mit kleinen, zauberhaften Gärten. 

Unser Weg führt uns weiter über die 55 entlang dem Barsnesfjord bis Gaupne. Von dort über die 604 in Richtung Jostedalsbreen. Geplant ist eine Übernachtung an der Staumauer des Styggevatn, aber in 960 m Höhe versperrt ein Schneebrett unseren Weg.

Und wir können weitere Schneebretter in den Serpentinen hinauf zur Staumauer sehen. Also fahren wir ein Stück zurück und übernachten in 866m Höhe – ohne Netz! – auf einem Wanderparkplatz. 

Sonntag, 02.06.2019 – 73 km

Wie schön, dass wir eine Heizung besitzen, denn in der vergangenen Nacht sind  die Temperaturen deutlich gefallen. Wir haben für heute eine Wanderung zu einer „Zunge“ des Josedalsbreen, den Faberstolsbreen geplant. Dafür müssen wir erst einmal einige Kilometer bis zum Wanderparkplatz Faberstolsbreen zurück fahren. Wir wandern über steinige Wege – geführt durch gut platzierte Steinmännchen – entlang des rauschenden Bergbaches. Später geht es über mehrere Murenabgänge – und hier verlassen uns leider die Steinmännchen und wir müssen unseren Weg alleine suchen –  und über glattgewaschene Steinplatten bis zum Rand der Gletscherzunge. Doch dann direkt am Glescher zu stehen und hineinschauen zu können in das blaue Eis – es sieht aus wie von innen her beleuchtet – entschädigt uns komplett für die „Kraxelei“ übers Geröll. Oberhalb im Gletscher können wir eine Eis-Kletterer-Gruppe beobachten. 

Zufrieden und von Eindrücken erfüllt fahren wir hinab in Tal, um dem Breheimsenter einen Besuch abzustatten. Leider schließt es gerade und so fahren wir im Regen zurück zur Hauptstraße und übernachten auf einem Picknickplatz in der Nähe von Luster am Barsnesfjord. 

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Norwegen 2019: Stavanger – Preikestolen – Hardangerfjord – Eidfjord – Hardangervidda

Mittwoch, 22.05.2019 – 84 km – 30€

Nach einem schönen Spaziergang über die alte Kleinbahnstrecke, fahren wir zur Mittagspause zum Strand von Refsness. Hier laufen wir über den breiten Sandstrand und zurück geht es durch die Dünenlandschaft. Endziel ist heute der Campingplatz Mosvangen in Stavanger.

Von dort starten wir zum Abendspaziergang in die Stadt. Am Dom ist das Hauptportal bereits geschlossen, aber ein Seitenportal steht offen und wir hören Chorgesang. Wir schleichen uns in den Dom und lauschen einige Zeit der Chorprobe. Danach geht es zum Hafen und in die Altstadt. Natürlich darf trotz des Nieselregens ein Besuch der „Ovre Holmegate“ mit ihren bunten Häusern nicht fehlen. Nach dem Verlassen eines sehr urigen kleinen Cafés stellen wir mit Erschrecken fest, dass wir unseren Schirm im Dom vergessen haben. Also eilen wir zurück zum Dom, dort sind nun alle Türen verschlossen, aber … im Untergeschoss „tagt“ der Chor und eine Raucherin (Sängerin des Chors) öffnet uns auf unsere Bitte hin das Portal und wir können mit unserem Schirm bewaffnet zum Camping zurücklaufen. 

Donnerstag, 23.05.2019 – 48 km

Leider hat Petrus seine Pforten geöffnet und so stehen wir vor der Frage: Weiterfahren oder noch einmal in die Stadt. Wir entschließen uns zu einem Besuch des Lysebotn-Erdölmuseums! Also nach dem Frühstück – heute mit frischen Brötchen – auf zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Bushaltestelle ist nah aber … als wir „einchecken“ wollen werden wir mit „Händen und Füßen“ vom Busfahrer darüber informiert, dass es keine Barzahlung gibt. Er hat ein Herz für unwissende „Leute vom Land“ und läßt uns „schwarz“ mitfahren.

Im Hafen liegen zwei Kreuzfahrer und entsprechend viele Passagiere strömen durch die Stadt. Im Erdölmuseum ist es jedoch verhältnismäßig ruhig. Wir können einen Besuch des Museums wirklich empfehlen, es ist interessant und verständlich gestaltet und auch Kinder sind dort gut aufgehoben. Es werden auch m.E. sehr neutral die erheblichen Nachteile der fossilen Brennstoffe sowohl bezüglich der Gewinnung als auch der Weiterverarbeitung und Verbrennung sehr deutlich und warnend angesprochen. Für die Rückfahrt kaufen wir dann ordnungsgemäß für 7,40€ pro Person zwei Tickets am Busbahnhof. Unser nächstes Ziel ist der Preikestolen. Nach einer kurzen Fährfahrt über den Lysefjord übernachten wir am Parkplatz des Lysebotn-Centers.

Freitag, 24.05.2019

Wir hatten eine ruhige Nacht! Morgens sehen wir allerdings, dass das Übernachten auf diesem Parkplatz eigentlich untersagt ist. Aber wir waren nicht alleine. Heute haben wir „größeres“ vor und daher geht es früh zum Parkplatz Preikestolen (Straßenmaut und Parkgebühr 25 €). Die Wanderung, die Landschaft und der Ausblick von der Kanzel sind atemberaubend, aber … man bekommt das nicht „umsonst“. Die Betonung liegt auf Wanderung, es ist kein Spaziergang. Kondition, Trittsicherheit und Bergschuhe sind m.E. ein Muss. Wanderstöcke sind insbesondere beim Abstieg von Vorteil. Außerdem sollte man genügend Wasser und auch Verpflegung mit auf den Weg nehmen. Und … ein Blick auf eine Wetter-App schadet auf keine Fall. Auch hier, wie auch auf allen unseren bisherigen Wanderungen, finden wir unterwegs keine Einkehrmöglichkeit!

Verfehlen kann man den Weg nicht, denn selbst jetzt in der Vorsaison ist man auf der Strecke nirgends alleine und muss sich nur an seinen „Vorgängern“ orientieren. Zufrieden und auch müde, fahren wir nach der Wanderung zum Hafen von Erfort. 

Samstag, 25.05.2019 – 193 km

Gut ausgeschlafen und ohne Muskelkater geht es in Richtung Hardangerfjord. Die Landschaft wechselt unendlich schnell und nach einem der vielen Tunnels ist auf der linken Seite der Svandalsfossen. Es gibt einen kleinen Parkplatz mit schönem Blick auf den Saudafjord und eine gut ausgebaute Spazierstrecke den Wasserfall hinauf. Weiter geht es am Fjord entlang nach Sauda


Nun „klettert“ Bimo wieder bergan und durchquert eine tolle Gebirgslandschaft mit Schneefeldern und vereisten Seen. Auf unserm Plan steht nun dier Stabkirche von Rodal. Sie ist leider geschlossen und kann nicht besichtigt werden, schade. Also weiter zum Hardangerfjord, vorbei an Obstbaumplantagen – leider sind wir für die Obstbaumblüte zu spät – auf den Wanderparkplatz in Kinsarvik zum übernachten. Ein rauschender Bergbach schläfert uns ein.

Sonntag, 26.05.2019 – 51 km

Bei „durchwachsenem“ Wetter starten wir unsere Wanderung zu den „vier Wasserfällen“. Die erst Etappe – vorbei am Kraftwerk – bis zum 1. Wasserfall des Kinso legen wir auf dem Schotterweg zurück. An der Gabelung vor den ersten Serpentinen entscheiden wir uns für den Wanderpfad – rechte Abzweigung -. Für uns die richtige Wahl! Der Weg ist deutlich anspruchsvoller, aber dafür sehr interessant. Er läuft immer nah am Fluss entlang, der laut tosend ins Tal rauscht.

Der Ausblick auf den 2. Wasserfall ist grandios und im wahrsten Sinne des Wortes hautnah. Der Pfad führt uns durch eine phantastische, ursprüngliche und unverfälschte Landschaft mit herrlichen Aussichtsstellen. Kurz vor dem 3. Wasserfall treffen beide Wege wieder zusammen. Wir beenden unseren Weg unterhalb des 3. Wasserfalls. Zurück wählen wir den „knieschonenden“ Schotterweg und sehen den 2. Wasserfall entfernter, aber dafür in seiner immensen Ausdehnung aus einer ganz neuen Perspektive. Unser Fazit: Eine tolle, empfehlenswerte Wanderung. 

In Eidfjord legt, während unserem Aufenthalt, ein Hurtigruten-Schiff an und auch wieder ab. Weiter geht es über die 7 bis Dyranut und von dort aus über eine steile, einspurige Schotterstraße zum Wanderparkplatz Hardangervidda auf 830 Höhenmetern. Ein wunderschöner Sonnenuntergang entschädigt für die „raue“ Wegstrecke.

Montag, 27.05.2019 – 95 km – 10€

Auch heute morgen verheißt Wetteronline kein gutes Wetter, aber wir wagen es dennoch mit Regenjacken bewaffnet ins Vidda. Die Landschaft ist ursprünglich und bietet schöne Ausblicke. Als sich dann jedoch der Himmel zuzieht, sich nur noch dunkle Wolken über uns zeigen und es auch noch beginnt zu regnen, brechen wir etwas enttäuscht unser Wanderung ab. Eine gute Entscheidung, denn als wir bei Bimo eintreffen beginnt es heftig zu regnen. 

So verlassen wir etwas traurig das Hardangervidda. Bei trockenem Wetter ganz sicher ein tolles, einsames  Wandergebiet. Man sollte bei seiner Planung allerdings nicht vergessen, dass es sich um ein Hochmoor handelt. Bei der Talfahrt haben wir zum Glück kaum Gegenverkehr. Unten angekommen geht es zurück nach Eidfjord und weiter auf den Stellplatz in Qystese.

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Norwegen 2019: Halver – Flensburg – Hirtshals – Kristiansand – Lindesnes Fyr – Lyngdalsfjord – Eigeroy Fyr

Schon seit 2016 gehen wir „schwanger“ mit unserem Wunschziel Norwegen und nun wird es endlich Wirklichkeit. Natürlich hat Dirk diverse Reiseberichte über Norwegen gelesen und sich einige der auf YouTube befindlichen Videos angesehen. Ich bin da grundsätzlich etwas fauler und erfreue mich an den Eindrücken, die ich unterwegs unvoreingenommen sammele. Geplant sind insgesamt 6 Wochen durch Südnorwegen! So haben wir ein schönes Zeitfenster und die Möglichkeit viele Ziele zu erwandern, für einige Museums- und Kirchenbesuche, sowie diverse Stadtbesichtigungen.  

Donnerstag 16.05.2019 – 110 km

Wir starten am späten Nachmittag (nachdem Marita wieder vom Friseur aufgetaucht ist) zum Parkplatz am Mühlenhof in Münster. Dort haben wir schon sehr oft ruhig und in schöner Umgebung – nahe des Aasees – übernachtet. Da wir unsere Räder zu Hause gelassen haben, verzichten wir auf einen Abendbummel durch die Altstadt von Münster – wir sind einfach zum Laufen zu faul.  

Freitag 17.05.2019 – 439 km

Morgens geht es auf die Autobahn und über Bremen und Hamburg nach Flensburg. Unseren Übernachtungsplatz finden wir im Jachthafen Fruerlund. Nach einem Stadtrundgang durch Flensburg beenden wir den Abend mit „meinem vorgezogenen Geburtstagsessen“ in einem kleinen gemütlichen Restaurant.

Samstag 18.05.2019 – 392 km

Wir brechen zeitig unsere „Zelte“ in Flensburg ab, um möglichst früh eine Fähre nach Kristiansand zu bekommen. Also – mit einem etwas „flauen“ Gefühl im Magen vor der anstehenden Schifffahrt – gehts los nach Hirtshals.

Alles klappt prima, wir haben kaum Wartezeit und setzen in 2 1/4 Std. mit der FjordCat (40.000 PS / 76 km/h) über nach Kristiansand. Dank Vomex und sehr ruhiger See ist die Überfahrt auch für mich okay. Unseren Übernachtungsplatz finden wir in Maristien, einem Vorort von Kristiansand.

Sonntag 19.05.2019 – 86 km – 10€

Unser heutiger Urlaubstag startet mit einem Stadtrundgang durch Kristiansand. Dabei statten wir uns mit Kronen aus. Unser Dank gilt den Hinweisen von Norwegenfahrern, dass in Norwegen kaum Bargeld benötigt wird, da der Zahlungsverkehr überwiegend über Kreditkarten abgewickelt wird. Also tauschen wir lediglich 200 €. Kristiansand ist eine hübsche, gemütliche Stadt mit einer „fotogenen“ kleine Festung und einer schönen neogotischen Domkirche. Bei dem herrlichen Sonnenschein sind viele Norweger mit ihren Booten unterwegs.

Nach einer Kaffeepause auf dem Domplatz geht es weiter – teilweise über „Gravelroad“ – nach Rene zum Strandbadeplatz. Und tatsächlich, während wir unser verspätetes Mittagessen einnehmen, kommen einige Kinder zum Baden. Ich habe nicht einmal meine Füsse ins Wasser gesteckt! Später geht es weiter zum südlichsten Punkt Norwegens, dem Lindesnes Fyr. Ein toller Sonnenuntergang bringt uns heute Abend nochmals auf die Füsse, da können wir einfach nicht in unserm Bimo sitzen bleiben. Was für ein schöner Ausklang unseres 1. Tages in Norwegen!

Montag 20.05.2019 – 70 km

Bewegung ist angesagt, also starten wir zur  schönen Wanderung über den Küstenpfad. Unterwegs stellt sich heraus, dass es sich hier um einen leichten Kletterpfad handelt – Trittsicherheit sollte vorhanden sein -. Unser Kühlschrank muss aufgefüllt werden, also geht es weiter zum Einkauf nach Lyngdal. Für unsere Mittagsrast – um 15:00 Uhr – wählen wir den Sandstrand Kvalvik am Lyngdalsfjord. Eigentlich hatten wir den Stellplatz Borlaug als Übernachtungsplatz ausgewählt, aber wir sind etwas enttäuscht und fahren erst einmal weiter zum Leuchtturm Lista Fyr. Leider können wir auch diesen Leuchtturm nicht erklimmen, wir sind zu spät, alles geschlossen! Die Übernachtung auf dem Parkplatz ist verboten, also fahren wir zum Übernachten zum Wanderparkplatz Penne. Während Marita kocht, gehe ich dem „Brummen“ im Wald auf den Grund: ein JD Havester ist bei der Holzernte. Später kommt er zum Parkplatz und bekommt am nächsten Morgen eine große Inspektion.

Dienstag 21.05.201 – 145 km

Ein kurzer Weg führt uns zu den rot eingefärbten Felsritzungen aus der Bronzezeit. Von dort aus wandern wir weiter zum Nordberg Fort. Wie oft auch an anderen Stelle Südnorwegens werden wir mit unserer „unrühmlichen“ Vergangenheit konfrontiert. Da wir außerhalb der Saison sind, sind sowohl das Museum als auch alle anderen Einrichtungen geschlossen. Wir fahren – teilweise wieder über Gravelroad – weiter zum Jössingfjord und nach Helleren. Trotz „offiziellem“ Verbot – Waldbrand vor längerer Zeit über den Felsen – spazieren wir unbehelligt zu den Häusern unter dem Felsvorsprung.

Unser ausgewählter Schlafplatz ist heute eigentlich der Wanderparkplatz am Eigeroy Fyr, aber … – Übernachtungsverbot -. Wir parken, packen unsere Wanderschuhe aus und wandern über gut begehbare Wege in Richtung Leuchtfeuer. Da die Abende so lang sind, erreichen wir den Wanderparkplatz an den Gamble Jaerbanen noch bei Tageslicht. 

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