Albanien 2016: Sonja und Alban

Nachdem wir uns kurzfristig entschlossen haben unseren geplanten Korsikaurlaub in Albanien zu verbringen, starten wir am 03.10.16 nachmittags. Wir fahren an München, Salzburg und Ljubljana vorbei und weiter über gut ausgebaute Autobahnen durch Kroatien bis Ploce. Hier entscheiden wir uns ein Stück der Küstenstraße zu folgen. Die Strecke ist gesäumt von vielen schönen kleinen Küstenort. Nach kurzer Überlegung fahren wir durch den zu Bosnien-Herzegowina gehörenden Korridor und weiter durch Kroatien und Montenegro. Die Bucht von Kotor überqueren wir mit der Fähre. Und endlich der mit Spannung erwartet Grenzübertritt nach Albanien. Schon bei unserer Anfahrt auf den Grenzübergang fällt unser Blick auf einen der unzähligen Bunker aus der Enver Hoxha Zeit. Was wir bisher nur aus unserem Reiseführer  wissen ist, das diese Bunker von nun an zu unseren ständigen Begleitern in Albanien werden. Am 08.10.2016 nach einer Fahrstrecke von ca. 1900 km spätnachmittags unsere Ankunft in Shkodra. Shkodra ist der von Sonja und Alban gewünschte Treffpunkt. Die Stadt ist der Heimatort von Alban und gleichzeitig besteht eine enge Verbundenheit zu der dortigen christlichen Gemeinde. Shkodra hat ca. 100.000 Einwohnern und liegt am Skutarisee. Sie findet ihre erste Erwähnung im 4. Jahrhundert v. Chr. als Residenzstadt der Illyrer. Sonntags morgens treffen wir uns mit Sonja und Alban auf dem Stellplatz unterhalb der Festung Rozafa. Wir laufen gemeinsam in die Stadtmitte. Der Gottesdienst findet im Dachgeschoss eines mehrstöckigen Hauses statt.

An diesem Sonntag wird ein besonderer Gottesdienst gefeiert, denn es wird des 6. Todestages  des ehemaligen Gemeindepastors gedacht. Er wurde aus „Blutrache“ ermordet! Die Gemeinde wird aktuell durch Elona, der Witwe des Verstorbenen geleitet. (Lied: Blessed be your Name) Vom Balkon der Wohnung / Kirche haben wir eine tolle Aussicht über die Stadt. Nach dem Gottesdienst geht es zum gemeinsamen Kaffeetrinken mit der Pastorin und Gottesdienstbesuchern in eine nahegelegene Bar. Beim Stadtrundgang sind die Straßen mit Fußballfans gefüllt und es läuft das s.g. „Vorglühen“ der Fußballfans für das WM-Qualifikationsspiel Albanien – Spanien (0:2). Sonja und Alban erzählen uns, dass einige Straßenzüge in der Vergangenheit als Filmkulisse gedient haben. Da es fürchterlich regnet, verzichten wir auf einen gemeinsamen Besuch der Festung Rozafa, das werden wir auf der Rückfahrt nachholen.

Montags fahren wir bei strömendem Regen von Shkodar nach Durres, dem derzeitigen Wohnort von Sonja und Alban. Durres ist Touristenort und Hafenstadt am Mittelmeer mit ca. 150.00 Einwohnern. Eine Stadt mit Wurzeln in der Antike, besiedelt durch Griechen, Illyrern, Römer und Osmanen. Abazi’s Wohnung liegt in einer Nebenstraße, nahe der parallel zum Stand laufenden Hauptstrasse. Auffallend ein offensichtlich renoviertes, jedoch überwiegend leerstehendes Gebäude, daneben das renovierungsbedürftige und teilweise im Umbau befindliche Wohnhaus in dem die Familie Abazi lebt. Nach dem Treffen mit der Familie, fahren wir zum Übernachten in den Badeort Golem. Wie im ganzen Land so auch hier moderne, renovierte Gebäude – wie auch das Hotel zu dem der Stellplatz gehört – und daran anschließend Bauruinen (im Rohbau, halbfertig oder annähernd fertig). 200 m entfernt von unserem Stellplatz herrscht modernes Strandleben.Dienstags sind wir zum Mittagessen bei Alban’s Eltern Sofia und Eqerem eingeladen. Von Antje und Ralf wurde liebevoll – aus vielen überlassenen Privatfotos – ein Fotobuch über die Zeit mit Sonja, Alban, Ester und Gabriella in Lüdenscheid erstellt. Das Paket mit dem Fotobuch ist passend am Morgen angekommen, die Öffnung erfolgt nach dem Mittagessen. Die Überraschung ist gelungen. So viele Freude, so viele Emotionen!!!

Da Sonja und Alban uns gerne die Festung Kruja zeigen wollen, treffen wir uns mittwochs dort. Wir fahren mit unserem Womo, die beiden „reisen“ mit Linienbus und Sammeltaxi an. Alles wird „gut“ überwacht, man sieht gleich mehrere Polizeibeamte auf einer Stelle. Aber, auf der anderen Seite muss jeder Besucher, der sich zur Festung aufmacht, eine „nette“ ungesicherte kleine Brücke meistern. Der weitere Weg zur Festung führt durch den schön gestalteten Basar. Wir treffen uns im Skanderbeg-Museum. Vermutlich handelt es sich bei der Festung um eine Art „Nationalheiligtum“ der Albaner, denn während unseres Besuchs wurde das Gelände von mehreren Schulklassen und Studentengruppen besichtigt. Im Bereich der Festung befindet sich auch eine hübsche kleine ehemalig christliche Kirche, die vermutlich in osmanischer Zeit zu einem Marabugrab umgestaltet wurde.

Und dann der Abschied und unser letztes Bild von den Beiden. Sonja und Alban fahren zurück nach Durres und wir starten unsere Albanienrundfahrt mitten durch Tirana. Der Verkehr ist gelinde gesprochen sehr kuschelig. Busse, die wir aus unserer Teenagerzeit kennen befinden sich im Linienverkehr. Wir fahren über alte, klapperige Stahlbrücken, sehen marode Eisenbahnstrecken und -brücken und passieren ungesicherte oder schlecht gesicherte Baustellen. Daneben im Kontrastprogramm schöne, beschauliche Orte in wunderschöner Landschaft, wie zum Beispiel Lin am Ohridsee, (hier finden wir einen von der Herrnhuter Brüdergemeinde gesponserten Campingplatz), Vaskopoja, die Thermalquellen von Benja, Berat (UNESCO Weltkulturerbe), Valbona und der Komani- Lake.

Mehr Fotos auf Flickr!

3 thoughts

  1. Pingback: Abanien: Anreise 2 – Marita und Dirk

  2. Toll
    Durch eure Freunde, hattet ihr einen für euch unvergesslichen Eindruck von Land und Leute, den man beim einfachen Durchreisen nicht erleben kann.

  3. Hallo Moni,
    man darf dann mal etwas hinter die Fassaden schauen. Abazi waren als Asylbewerber ca. 1,5 Jahre in Deutschland und wurden dann abgeschoben. Da sie sich sehr in die Flüchtlingsarbeit unserer Gemeinde eingebracht hatten, haben wir Ihnen gerne einige Sachen mitgenommen und sie auch moralisch unterstützen können.
    Gruß
    Dirk

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