Albanien 2016: Berat – Kukes – Valbona – Komani-Lake – Shkodra

Do 20.10. 233km Abendessen
Nachdem Ver- und Entsorgung auf unserem Stellplatz erledigt sind, müssen wir noch unsere Vorräte auffüllen. Dieses Mal wählen wir den am Weg liegenden Supermarkt „The Bridge Center“. Er ist ein Beispiel für die vielen futuristisch anmutenden Super-Super-Märkte auf unserer Wegstrecke. Auch hier gibt es eine großzügige Bar, einzig es fehlen die Gäste. Beim Einkauf sind wir die einzigen Kunden und haben zeitweise zwei hilfsbereiten albanisch sprechende Verkäuferinnen „beratend“ zur Seite. Normalerweise und viel lieber kaufen wir in den kleinen, gut überschaubaren Dorfläden,  was auch immer, trotz fehlender Sprachkenntnisse, wunderbar klappt.

Und nun geht es wieder „on tour“ über die Landstraße SH72 bis Lushnja, weiter über die SH4, lassen Durres links und Tirana rechts liegen. Sehen ein monumentales Hotel in der Nähe des Flugplatzes.  Halten kurz bei einem Landmaschinen-Händler, gehen mal über den Hof und schauen in das „Werk- und Lagerzelt“.

Dann fahren wir  in Richtung Kosovo über eine super ausgebaute Autobahn. Das Verkehrsaufkommen, sowohl auf unserer als auf der Gegenspur, ist minimal und so kann auch Dirk die schöne Landschaft genießen. Wir stellen unser Bimo in einem parkähnlichen Gelände in Kukes neben dem Restaurant Zabeli ab. Und wie so oft der „deal“: Abendessen im Restaurant, dafür freier Stellplatz für die Nacht. Die Stadt ist heute ohne jedwede wirtschaftliche Bedeutung. Lediglich während der Enver Hoxha Ära erlebte die Stadt durch Bergbau und Holzindustrie eine kurze Blüte. Aber oh Wunder, die Stadt ist im Besitz eines neuen, jedoch ungenutzten Flugplatzes, angeblich das Geschenk eines wohlwollenden Scheichs. Na ja, auch zum Flugplatz gibt es so einige Legenden. Und wieder ändert sich das Wetter, es regnet und ist kalt, also verzichten wir auf eine Stadtbesichtigung, da auch unser Reiseführer wenig interessantes anzubieten hat.

Fr 21.10. 159km 7€
Leider hat sich das Wetter über Nacht weiter verschlechtert und so starten wir unser Fahrt im Nebel parallel zur Grenze zum Kosovo. Die Straße liegt immer weit oberhalb des Drini-Stausees. Nur kurz hinter der Stadt Kukes kommen wir dem Drin-Stausee sehr nahe und überqueren ihn sogar. Von oben kommend sehe ich viele weiße schwimmende Objekte auf dem See und denke, wie schön, ein großer Vogelschwarm schwimmt auf dem Wasser. Wie groß ist mein Entsetzen als wir über die Brücke fahren, denn nun sehen ich, dass lauter weiße Plastikflaschen auf dem See treiben. Schon während der ganzen bisherigen Fahrt sind uns der sorglose Umgang mit der Umwelt und die offensichtlich nicht vorhandene oder nicht funktionierende Müllentsorgung aufgefallen.

Wir fahren bei Nieselregen hoch über dem Fierza See immer in Grenznähe zum Kosovo bis Bajram Curri. Leider können wir kaum etwas von der schönen Landschaft sehen, nur ab und zu reißen die Wolken auf und es zeigen sich die Gipfel der albanischen Alpen. Doch die vom Drini aufsteigenden Nebelschwaden und die ab und zu durch die Wolken fallenden Sonnenstrahlen malen ein ganz besonderes idyllisches Landschaftsbild. In Bajram Curri entscheiden wir uns bei der schlechten Sicht nicht nach Valbona zu fahren.

Wetter hin oder her, wir möchten auf jeden Fall gerne die Fahrt über den Komani Lake unternehmen. Also fahren wir zum Anleger, um zu schauen, ob es entgegen unserem Reiseführer doch im Oktober eine Fährmöglichkeit gibt.  Dort bekommen wir bei einer Tasse Cappuccino die  Auskunft, dass am 22.10. um 13:00 Uhr eine Fähre läuft. Wir buchen die Fähre, zahlen den halben Preis an und überlegen, was wir mit dem Restnachmittag anfangen wollen. Dirk möchte gerne die obere Staumauer sehen. Leider ist ein Betreten unmöglich, alles ist eingezäunt und gut bewacht und natürlich gibt es die obligatorischen betonierten Wachtürme aus „guter“ alter Zeit. Und dann hat das Wetter ein Einsehen, der Himmel reißt auf. Wir fahren spontan zurück nach Bajram Curri und dann weiter ins Tal von Valbona. Eine super Entscheidung stellen wir bereits nach den ersten Kilometern fest. Uns bietet sich eine wunderschöne Herbstlandschaft mit alpinem Ambiente. Je höher wir kommen um so majestätischer wird die Bergwelt um uns herum. Als Übernachtungsplatz wählen wir den Stellplatz neben der Bar Tradita. Ein hübscher Platz mit kleinem urigen Restaurant und ein paar Bungalows für Feriengäste.

Sa 22.10. 50km 5€
Wegen des festen Fährtermins bleibt für uns wenig Zeit das obere Tal um unseren Stellplatz herum zu erkunden. Es ist wirklich schön hier oben und Dirk und ich würden gerne noch eine weitere Nacht hier verbringen. Aber  wir müssen  um 13:00 Uhr am Fähranleger sein. Also noch schnell ein Cappuccino in einem netten Restaurant, dessen Stil  in die Alpen oder nach Kanada passen würde und wieder zurück zum See. Kurz vor Fierza passieren wir einen Steinbruch auf dessen Gelände ein „Kalkbrenn-Monster“ zu bewundern ist.

Nun sind wir sehr gespannt auf das, was uns erwartet, denn in unserem Reiseführer wird die Tour auf dem Komani-Lake als Highlight einer Albanienrundfahrt angepriesen. Bei Ankunft am Fähranleger  bekomme ich erst einmal einen riesigen Schrecken. Wenn ihr das Bild seht, dann könnt ihr mich sicherlich verstehen: „So ein Seelenverkäufer“ und damit auf’s Wasser???  Dirk versucht mich zu trösten und meint, dass nicht die Farbe, sondern das, was unter der Farbe ist, ein Schiff zusammenhält, aber so ganz kann er mich nicht  überzeugen. Zu meiner großen Erleichterung tuckert kurz vor der planmäßigen Abfahrtzeit eine kleine vertrauenswürdiger aussehende Fähre an den Kai. Mir fällt ein Stein vom Herzen, als unser Bimo auf das kleine Schiff rollt. Die Fahrt können wir jedem Albanienbesucher sehr empfehlen, sie ist beeindruckend und abwechslungsreich.

Nach 2 1/2 schönen Stunden bei gutem Wetter, endet unsere Schiffsfahrt an der Staumauer. Dort wartet direkt hinter dem Kai ein grob in den Fels gehauener und unbeleuchteter Tunnel auf uns. Dann bewundern wir die imposante Staumauer und folgten weiter der Hauptverbindungsstraße Richtung Shkodar,  deren Zustand den des Tunnels noch zu toppen versucht.
Der kleine Ort Koman besitzt tatsächlich einen Campingplatz, auf dem wir übernachten. Das zum Platz gehörige kleine Restaurant ist unter die Drini-Straßen-Brücke gebaut. Ebenso befinden sich direkt unter der Brücke ein paar Gästezimmer und die Sanitärräume des Campingplatzes. Die Idee ist eigenwillig und gleichzeitig witzig. Leider ist alles in einem traurigen Zustand.

So 23.10. ca. 160km 15€
Über eine sehr schlechte Straße, aber durch eine sehr schöne Landschaft, fahren wir wieder nach Shkodra zum Camping Legjenda. Kurzer Zwischenstopp am alten Großwehr, um kurz im Restaurant Dea einzukehren. Es handelt sich um ein stark frequentiertes Ausflugsrestaurant mit „Zoo“ und einem vollkommen Kitsch überladenen Ambiente. Wobei wir uns fragen, wo endet Kitsch und wo beginnt Kunst. Während unseres Stopps wird das Restaurantgelände von 3 Hochzeitsgesellschaften besucht, die sich hier mit Bär und Uhu fotografieren lassen.

Abends im Restaurant Lejenda, treffen wir unsern Platznachbarn Detlef Rohlfs. Er erzählt uns viel über die Türkei und über sein Projekt „Römer Straßen“.

Mo 24.10. Mo 24.10. 40 km 12€
Das Wetter ist gut und so wandern wir nach dem Frühstück zur Festung Rozafa. Von dort oben haben wir einen schönen Überblick über die Stadt, die Bleidach-Moschee und den See. Im Sonnenschein durchstreifen wir das weitläufige Festungsgelände. Danach geht’s zurück zu Bimo und zur Grenze.

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Mehr Fotos auf Flickr!

3 thoughts

  1. Hallo Klaus, wir hatten die Fähre am Tag vorher angezahlt und gesagt bekommen: Die Fähre kommt morgen Mittag. Als wir am nächsten Tag kamen, lag die „Rostlaube“ neu am Anleger. Machte schon einen gewöhnungsbedürftigen Eindruck. Aber dann kam die kleine Fähre 🙂
    Gruß Dirk

  2. Pingback: Albanien 2016: Vaskopoja – Korca – Naturpark Germenj – Kelcyre – Berat – Marita und Dirk

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